Brain Fog: Gedächtnis und Aufmerksamkeit bei Long COVID

Brain Fog: Gedächtnis und Aufmerksamkeit bei Long COVID

2.8.2022
Veröffentlicht am:

Betroffenen von Long COVID fällt oft kein bestimmtes Wort ein, das sie verwenden wollen. Darüber hinaus sind sie sind auf untypische Weise vergesslich.

Viele Long COVID-Patienten berichten das gleiche: Es ist schwer, sich zu konzentrieren, sagen sie. Ihnen fällt kein bestimmtes Wort ein, das sie verwenden wollen, und sie sind auf untypische Weise vergesslich.

Sie gehören zu den schätzungsweise 22 bis 32 % der Patienten, die sich von COVID-19 erholt haben, aber immer noch unter Brain Fog leiden, der Teil ihrer Long COVID-Erkrankung oder der postakuten Folgen der SARS-CoV-2-Infektion ist, wie Experten es nennen.

Was ist Brain Fog?

Brain Fog: ein Begriff, der langsames oder träges Denken beschreibt. Brain Fog kann unter vielen verschiedenen Umständen auftreten - zum Beispiel, wenn jemand unter Schlafmangel leidet oder sich unwohl fühlt. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten können Auslöser sein. Brain Fog kann nicht nur bei Long COVID, sondern auch nach einer Chemotherapie oder Gehirnerschütterung auftreten.

In vielen Fällen ist der Brain Fog vorübergehend und bessert sich von selbst. Man weiß jedoch nicht genau, warum dieser Brain Fog nach der Behandlung von COVID-19 auftritt oder wie lange diese Symptome wahrscheinlich anhalten werden. Klar ist derzeit jedoch, dass diese Form des Brain Fog verschiedene kognitive Aspekte betreffen kann.

Das äußert sich in Form von Konzentrationsproblemen, Orientierungsschwierigkeiten, Wortfindungsstörungen, plötzlicher Vergesslichkeit, mentaler Erschöpfung oder dem Gefühl, keine klaren Gedanken fassen zu können.

Was ist Kognition?

Die Kognition bezieht sich auf die Prozesse im Gehirn, die wir zum Denken, Lesen, Lernen, Erinnern, Überlegen und für die Aufmerksamkeit nutzen. Eine kognitive Beeinträchtigung ist eine Beeinträchtigung der Fähigkeit, eine oder mehrere Denkfähigkeiten auszuführen.

Bei Menschen, die wegen COVID-19 stationär, also im Krankenhaus, behandelt wurden, wurde ein breites Spektrum an kognitiven Problemen festgestellt. Dazu gehören Schwierigkeiten mit:

Aufmerksamkeit

Die Aufmerksamkeit ermöglicht unserem Gehirn, aktiv Informationen zu verarbeiten, die um uns herum geschehen, während wir gleichzeitig andere Details ignorieren. Aufmerksamkeit ist wie ein Scheinwerfer auf einer Bühne, der es den Darstellern ermöglicht, sich vom Hintergrund abzuheben.

Gedächtnis

Das Gedächtnis ist die Fähigkeit, Informationen zu lernen, zu speichern, zu behalten und später wieder abzurufen.

Exekutivfunktionen

Zu den Exekutivfunktionen zählen komplexere Fähigkeiten wie Planung, Aufmerksamkeitsfokussierung, Erinnerung an Anweisungen und das Jonglieren mit mehreren Aufgaben gleichzeitig.

Wie sich Long COVID auf die Kognition auswirkt

Menschen, die mit den Auswirkungen einer Long COVID-Erkrankung zu kämpfen haben, können merkliche Probleme mit der Aufmerksamkeit, dem Gedächtnis und den exekutiven Funktionen haben. Studien berichten über diese Probleme sowohl bei Menschen, die milde Symptome während Ihrer COVID-19 Erkrankung hatten, als auch bei denen, die mit COVID-19 im Krankenhaus behandelt wurden, sowie bei Menschen, die mit schweren Fälle auf der Intensivstation betreut wurden. Diese Ergebnisse werfen einige wichtige Fragen darüber auf, wie sich eine COVID-19-Infektion auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt.

Weniger offensichtliche Beeinträchtigungen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit können auch bei milden COVID-19 Infektionen auftreten. Eine kürzlich von einer deutschen Forschergruppe veröffentlichte Studie deutet darauf hin, dass selbst Menschen, die keine Anzeichen einer kognitiven Beeinträchtigung bemerken, nach der Genesung von einer leichten COVID-19-Infektion Probleme mit dem Gedächtnis und der Aufmerksamkeit haben können.

Was man bei kognitiven Störungen durch Long COVID tun kann

Wichtig ist, kognitive Defizite gezielt zu trainieren. Dazu braucht man Übungen, die genau auf die persönlichen Einschränkungen passen. Entscheidend wäre, alle Betroffenen bestmöglich einer Reha zuzuführen. In erster Linie schafft man dies in stationären Rehakliniken. Leider zeigt die Versorgungsrealität in Österreich, Deutschland und der Schweiz, dass es viel zu wenige Rehakliniken gibt und daher Rehaplätze für Betroffene rar sind. Dabei sind Rehakliniken der ideale Ort für eine Long COVID-Reha, da man dort alle involvierten Therapiebereiche wie Logopädie, Ergotherapie oder Neuropsychologie vorhanden hat, die sich individuell und intensiv um Betroffene kümmern können. Eine ähnliche individuelle und intensive Betreuung für Long COVID-Patienten ist allerdings zum Glück durch moderne und breit zugängliche digitale Therapielösungen möglich. So bietet die myReha App für jeden Patienten mit Long COVID einen persönlichen Therapieplan, der sich laufend und automatisch auf die eigenen Fähigkeiten einstellt. So trainieren Betroffene von Long COVID an Schwierigkeiten mit Gedächtnis, Wortfindung, Sprache, Aufmerksamkeit, Exekutivfunktion und andere kognitive Fähigkeiten intensiv und individuell und das wann und wo Sie wollen. In Therapie-Apps wie myReha wird generell eine große Hoffnung zur Betreuung von Betroffenen gesehen, denn Sie helfen heute bereits tausenden Menschen mit Long COVID.

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