Was tun nach einem Schlaganfall: 13 Tipps, die jeder Patient kennen muss

Was tun nach einem Schlaganfall: 13 Tipps, die jeder Patient kennen muss

19.5.2022
Veröffentlicht am:

Der Genesungsprozess nach einem Schlaganfall ist komplex. Deshalb ist das umfassende Informieren ein wichtiger erster Schritt zur Heilung und Genesung.

Um den Weg zur Schlaganfall Genesung erfolgreich zu beginnen, haben wir Ihnen in diesem Artikel 13 Tipps zusammengefasst, die jeder Schlaganfallpatient und deren Angehörige kennen sollten.

Planung und Vorbereitung sind entscheidend, wenn Sie sich so schnell wie möglich von einem Schlaganfall erholen wollen. Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person das Krankenhaus nach einem Schlaganfall verlassen, sollten Sie sich gut vorbereiten.

Hier finden Sie eine Checkliste mit den besten Vorgehensweisen für die Genesung nach einem Schlaganfall:

1. Kennen Sie die Warnzeichen eines zweiten Schlaganfalls

In den ersten drei Monaten nach einem Schlaganfall ist das Risiko eines zweiten Schlaganfalls 15-mal höher als davor.

Daher ist es wichtig, die Warnzeichen eines weiteren Schlaganfalls zu kennen: plötzlich auftretende Veränderungen, wie eine hängende Gesichtshälfte, Arm- oder Beinschwäche, undeutliches Sprechen, plötzliches Schwindelgefühl, Sehstörungen oder starke Kopfschmerzen. Die Aufklärung und das Bewusstsein für diese Warnzeichen sind entscheidend für eine rechtzeitige Behandlung, wenn ein weiterer Schlaganfall auftritt.

2. Verstehen Sie Ihre Schlaganfall-Risikofaktoren und leben Sie gesünder

Die Warnzeichen eines Schlaganfalls zu erkennen ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dabei sind Maßnahmen zur Vorbeugung die Grundlage für die Genesung und ermutigt Sie, Ihr Leben gesund und aktiv zu leben. Manche Risikofaktoren eines Schlaganfalls sind unkontrollierbar, wie Vererbung oder das Alter. Glücklicherweise sind viele Schlaganfall-Risikofaktoren aber selbst kontrollierbar. Zu den Risikofaktoren gehören:

  • fettreiche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Stress
  • übermäßiger Genuss von Suchtmitteln (wie Alkohol und Zigaretten)
  • übermäßiger Verzehr von Süßspeisen

Bluthochdruck und Arteriosklerose (Arterienverkalkung bzw. -verfettung) lassen sich durch eine gesunde Ernährung, viel Bewegung und den gezielten Einsatz von Medikamenten verbessern. Aus diesem Grund sollten Ernährungsberater genauso ein fester Bestandteil Ihres Rehabilitationsteams sein, wie Logopäden, Therapeuten und Ärzte.

3. Frühzeitig und intensiv Therapie führen!

Oft kann es in den ersten Monaten nach dem Schlaganfall zu einer Wiederherstellung der verloren gegangenen Fähigkeiten kommen. Das bedeutet, dass sich das Gehirn umstellt, damit andere Regionen die Aufgaben der vom Schlaganfall betroffenen Bereiche übernehmen.

Bei Störung der Bewegungsfunktionen (z.B. Lähmungen) ist es entscheidend in der frühen Phase möglichst viel zu trainieren, da diese Störungen sich nur in der Frühphase gut verbessern lassen.

Bei Sprachfunktionen und der Aufmerksamkeit oder Gedächtnisleistung lassen sich aber auch nach Monaten noch gute Erfolge erzielen, wenn intensiv und zielgerichtet trainiert wird.

4. Fragen Sie das medizinische Team, wohin Sie nach dem Krankenhausaufenthalt gehen werden

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden die Patienten je nach ihrem aktuellen Funktionsniveau an einen von drei möglichen Orten verlegt: eine Pflegeeinrichtung, eine stationäre Reha-Einrichtung oder nach Hause.

Um sich für eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme zu eignen, muss ein Patient in der Lage sein, an mindestens 3 Stunden Therapie pro Tag teilzunehmen. Andernfalls wird er in eine Pflegeeinrichtung verlegt, um die Kraft zu erlangen, die er für weitere Therapiestunden benötigt.

5. Nutzen Sie die Chance der stationären Rehabilitation

Eine stationäre Therapie ist für den Heilungsverlauf sehr wichtig. 

Wenn Sie oder Angehörige aktiv an einer stationären Therapie teilnehmen können, ist das die beste Grundlage für einen erfolgreichen Heilungsverlauf. Im Rahmen der stationären Reha haben Sie ein Team von unterschiedlichen Therapeuten um sich, die sich genau auf Ihre persönlichen Stärken und Schwächen einstellen.

6. Stellen Sie sich darauf ein, dass Ihr Weg anders aussieht als der anderer Menschen

"Jeder Schlaganfall ist anders." Diesen Satz werden Sie während des Genesungsprozesses oft hören, denn das Gehirn ist äußerst komplex, und die Nebenwirkungen eines Schlaganfalls sind von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Es ist wichtig, dass Sie vom ersten Tag Ihrer Genesung an eng mit Ihrem medizinisch-therapeutischen Team zusammenarbeiten. Sie können Ihnen helfen, Ihre individuellen Nebenwirkungen zu verstehen und Ihren Genesungsplan entsprechend anzupassen.

7. Gestalten Sie Ihr Zuhause um und vermeiden Sie Stürze

Eine weitere wichtige Maßnahme nach einem Schlaganfall besteht darin, einen Physio- oder Ergotherapeuten zu bitten, eine Beurteilung Ihrer Wohnung vorzunehmen. Dadurch erhalten Sie fachkundige Empfehlungen zur Anpassung der Wohnung, um Ihre Gesundheit und Sicherheit daheim zu gewährleisten.

Ihr Therapeut kann zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen empfehlen, wie z. B. das Anbringen von Haltegriffen und Handläufen, das Anbringen von rutschfesten Matten in der Dusche und hilfreiche Rumpf- und Gleichgewichtsübungen, um Ihre Sicherheit zu erhöhen und Stürze zu vermeiden.

8. Halten Sie sich an Ihre Reha-Übungen

Eines der wichtigsten Dinge, die Sie nach einem Schlaganfall tun sollten - und zwar so lange, bis Sie sich vollständig erholt haben - sind Ihre Reha-Übungen.

Regelmäßig durchgeführte Übungen helfen, das Gehirn neu zu vernetzen und Ihre Fähigkeiten langfristig wiederzuerlangen und zu verbessern. Wenn Patienten selten oder gar nicht trainieren, kann Verschlechterung oder sogar Rückfall kommen. Um einen Rückfall zu vermeiden ist es daher wichtig, die Reha-Übungen regelmäßig durchführen.

Möglich ist das, indem Sie mit einem Physiotherapeuten an ihrer Motorik arbeiten und Ihre Sprache und Kognition mit zertifizierten Reha-Apps wie myReha auf einem Tablet regelmäßig und zielgenau trainieren.

9. Erkunden Sie die Möglichkeiten der häuslichen Therapie nach der Entlassung

Nach der Entlassung aus der stationären Therapie schicken die Therapeuten die Patienten in der Regel mit einem schriftlichen Übungsblatt nach Hause, das sie selbständig durchführen sollen. Diese Übungsblätter werden nur selten befolgt, was bedeutet, dass die Patienten zu Hause keine angemessene Therapie erhalten.

Hier können Hilfsmittel für die Heimtherapie helfen, die Lücke zu schließen. Zertifizierte Therapie-Apps wie myReha ermöglichen Patienten zuhause mit hochwertigen und individuellen Trainingspläne zu üben und Ihre Fähigkeiten auch langfristig wann und wo Sie wollen zu verbessern. Durch den effektiven Aufbau der Therapie stellen viele Patienten innerhalb weniger Wochen nach Verwendung der App Verbesserungen fest.

10. Achten Sie auf psychologische Unterstützung

Eine weitere Therapieform, die oft übersehen wird, ist die Psychotherapie oder Gesprächstherapie. Viele Betroffene von Schlaganfällen haben mit Depressionen und Ängsten zu kämpfen - aus verschiedenen Gründen, wie z. B. Veränderungen der Unabhängigkeit, finanzielle Belastung oder Angst vor einem weiteren Schlaganfall.

Depressionen oder Ängste können die Fähigkeit beeinträchtigen, sich für die Genesung zu motivieren, was auch die Energie während der Rehabilitation mindert. Psychologische Betreuung ist wichtig für einen ganzheitlichen Ansatz zur Heilung eines Schlaganfalls.

11. Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an (für Betroffene und Angehörige)

Selbsthilfegruppen bieten Gemeinschaft mit anderen Patienten eines Schlaganfalls, die genau wissen, was Sie durchmachen. Eine Selbsthilfegruppe kann Anregungen, Ressourcen, soziale Möglichkeiten und Freundschaften ermöglichen.

Selbsthilfegruppen finden Sie rasch über eine Suche im Internet. Wenn Sie keine Gruppe in Ihrer Nähe finden, können Sie auch einer Online-Gruppe beitreten, z. B. einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe auf Facebook.

12. Experimentieren Sie mit verschiedenen Therapien

Da jeder Schlaganfall anders ist, gibt es keinen einheitlichen Rehabilitationsansatz, der für alle passt. Daher sollten Sie sich über verschiedene Schlaganfall-Rehabilitationsmethoden informieren, um diejenige zu finden, die für Sie am besten geeignet ist.

13. Bereiten Sie sich auf die Herausforderungen der Zukunft vor

Wie wir bereits erwähnt haben, ist jeder Schlaganfall anders, und daher wird sich jeder Mensch in einem anderen Tempo und mit einem anderen Grad der Genesung erholen. Studien zeigen, dass der Grad der Erholung von mehreren Faktoren abhängt: Alter, allgemeiner Gesundheitszustand, Umfang der Unterstützung durch andere, Glaube an die Genesung und die Energie und Zeit, die Sie für Ihr Trainingsprogramm aufwenden.

Jetzt, da Sie wissen, was nach einem Schlaganfall zu tun ist, können Sie anfangen einen persönlichen Plan zu erstellen, um für Sie den besten Weg zu finden. Wir wünschen Ihnen viel Glück auf den ersten Schritten zurück zu alter Stärke.

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